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"VERTIGO", 2014

18.01. - 29.03.2014
Der inzwischen weit über die Grenzen des Rheinlandes bekannte und anerkannte Bildhauer Simon Schubert beschäftigt sich seit dem Anfang seiner künstlerischen Karriere mit dem Thema des Treppenhauses, insbesondere als Ort des Transits, der Endlosigkeit. Die Galerie hat ihn eingeladen, mit einer Arbeit im Erdgeschoss auf die Architekturfotografien der 50er Jahren, die im Obergeschoss gezeigt werden, zu reagieren. In seiner nun entstandenen Arbeit „Vertigo“ führt er zum ersten Mal die Elemente von Papierfaltung, Videofilm und -projektion und gebautem Raum zusammen in einer komplexen Raumskulptur.

Die Falttechnik, die auch dieser neuen Arbeit zu Grunde liegt, hat Simon Schubert vor Jahren selbst entwickelt und er ist bis heute der einzige, der sich dieser Methode bedient. Lediglich unter Zuhilfenahme kleiner Metallwerkzeuge faltet Schubert jedes Detail seiner Arbeiten von Hand. Dabei entsteht eine Dreidimensionalität, die die filigrane Architektur von Innenräumen, Treppenhäusern, Bodenstrukturen und Holzvertäfelungen plastisch erscheinen lassen. Mit seiner einzigartigen Technik gelingt es Simon Schubert meisterhaft einen Raum als gefaltete Fläche darzustellen, mal als komplexes Ganzes, mal als Fragment. Mit größter Präzision entsteht aus schlichtem Papier, das in der ältesten Papiermühle Europas produziert wird, eine Abbildung der Realität und gleichzeitig eine Verfremdung der Wirklichkeit. 

Die für „Vertigo „entstandenen Faltungen, die den Gang durch ein endloses Treppenhaus quasi in Einzelbilder zerlegen, hat Schubert nun im Film wieder als Sequenz montiert, der vertikal durch einen engen, schachtartigen Raum projiziert wird. Beim Betrachten stellt sich ein ähnliches Erlebnis ein wie in der begehbaren Skulptur „Die Reprobation“ von 2008, in der man erst mit Verzögerung feststellt, dass man zwar offensichtlich vor einem Spiegel steht, dieser Spiegel aber kein Abbild zurückwirft, und man somit für einen Moment nicht anwesend ist. Ähnliches kann einem in einem Schwindelzustand passieren, wo die körperlichen Grenzen zwischen innen und außen zu verschwimmen drohen.

Simon Schubert arbeitet seit 2005 mit der Van der Grinten Galerie zusammen. Neben zahlreichen privaten Sammlern haben die Sammlung des Deutschen Bundestages Berlin, das Städtische Museum Villa Zanders und die Firmensammlung der ÖRag Versicherung Düsseldorf Arbeiten von Simon Schubert aus den Jahren 2013/2014 erworben.

 

Pressetext, Van der Grinten Galerie, 2014

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