Wolfgang Flad – now
Apr 11 to Jun 01
PRESSEMITTEILUNG:
Vom 13. April bis 6. Juni zeigt die Van der Grinten Galerie neue Arbeiten des 1974 geborenen Berliner Künstlers Wolfgang Flad. Diese Ausstellung ist zugleich die erste Präsentation seines Werkes in Köln.
Bekannt geworden ist Wolfgang Flad in den letzten Jahren vor allen Dingen durch seine Skulpturen: biomorphe Formgebilde, die wie im Fluss ihres organischen Wachstums erstarrt wirken. Der Einsatz von Konstruktionsholz und Pappmaché ist kalkuliert. Bescheidene und dennoch sehr konkrete Materialien. Zerkleinerte kunsttheoretische Texte und Skizzen verdeutlichen die immerwährende Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte und ihren aktuellen Diskursen.
Die organischen Formen und die malerisch behandelte Oberfläche der Skulpturen stehen im extremen Kontrast zu den geometrischen, hoch glänzend lackierten Sockeln, auf denen sie stehen und mit denen sie eine ungewohnte Einheit eingehen.
Sie zeichnen sich zudem aus durch die Klarheit und Konsequenz ihrer formalen Vollkommenheit und lösen damit ein Versprechen der Moderne ein, die nicht Bekanntes wiederholt sondern Neues hinzufügt. Sie machen den Augenblick –now (jetzt)- sichtbar.
Im Unterschied zu diesen filigran skelettalen Skulpturen, von denen einige zusammen mit neuen Wandarbeiten aus Aluminium im Obergeschoss der Galerie gezeigt werden, hat Wolfgang Flad für den Hauptraum im Erdgeschoss eine großformatige vertikal aufstrebende Skulptur geschaffen, die in Dichte und Volumen einen neuen Schritt in seinem skulpturalen Werk darstellt und das Maß des menschlichen Körpers seiner bisherigen Skulpturen weit überschreitet. Sie wirkt in ihrer Größe gigantisch und durchdringt den Ausstellungsraum vom Boden bis zur Decke. Vergleichbar einem Stamm mit einer ihn umschlingenden Würgefeige und einer morbiden erodierten Oberfläche ist dieser abgeschnitten und an der Schnittfläche mit einer spiegelnden Oberfläche versehen. Die Ansichten der Skulptur stehen im maximalen Kontrast zueinander.
Wolfgang Flad konfrontiert seine Arbeiten mit aktuellen und fortwährend geführten Diskursen über das Verhältnis von Gestaltung, Gebrauch und Inhalt, wohl wissend, dass der Anspruch, der daraus resultiert, die Frische seiner Ideen fördert.
Begeben wir uns in seine Gedankenwelt, so begegnen wir fortwährend einem zentralen Problem: die Dynamik statisch darzustellen. Tatsächlich finden sich das Ereignis und die Geste von Entstehung, Wachstum und Vergehen verlangsamt oder sogar zum Stillstand gekommen in den Strukturen, den biomorphen Formen und den Oberflächen wieder. Das wird besonders deutlich in den stehenden Skulpturen und den raumgreifenden Installationen, die sowohl Körper sind, die Raum einnehmen und Volumen verdrängen, wie auch Durchblick auf den Hintergrund, der in seinen Sog gerät.
Zuletzt ist es seine Sensibilität im Umgang mit den Materialien und ihren Kombinationen, die das Souveräne und Einzigartige seiner Arbeit ausmachen.
Wolfgang Flads Arbeiten sind unter anderem in folgenden öffentlichen Sammlungen vertreten:
Kunstmuseum Stuttgart, Kunsthaus Zürich, Schweiz, Centraal Museum, Utrecht, Niederlanden.
Zur Ausstellung erscheint im Kölner Verlag Stefan Schuelke Fine Books die erste umfangreichere Monografie über die Arbeit von Wolfgang Flad.
Sie wird am Freitag, 19. April (während der Art Cologne) um 19:00h in unseren Galerieräumen präsentiert.
Außerdem gibt die Van der Grinten Galerie eine Vorzugsausgabe heraus (Katalog + Multiple Aufl. 25 zum Preis von 385,00 € inkl . MwSt)
Abbildung: © Michael Wittassek, Köln
