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Frans Roermond, Beckett Play, 2017 (Germ.)

 

Frans Roermonds neue Malereien und Zeichnungen „Beckett Play“ sind eine künstlerische Annäherung an das gleichnamige Stück von Samuel Beckett aus dem Jahr 1962/63, in dem die Monologe der drei Personen eine Konversation versuchen, die nie zu Stande kommt, wobei es sich um Mann, Frau und Geliebte handelt, alle in Beziehung zueinander. Da sie in Gefäßen stecken, bestehen sie im Grunde nur noch aus Gesicht, wobei auch das sich auf den Mund und die Sprache, die ihn verlässt, reduziert.
Diese Reduktion, Abstraktion und Konzentration, die Beckett in seinen späteren Stücken und Texten in immer höherem Maße erreicht, eröffnet Roermond in seiner Malerei ein „ideales“ Spielfeld, um das malerische Vokabular, das über die Jahre entstanden ist, in immer unabhängigerer Form einzusetzen. Wenn man seiner 2017 entstandenen Bilder zunächst wie Ausschnitte aus unendlichen Flächen betrachtet, so entwickelt sich auf ihnen ein Bildraum, der sich in den Vorder- und Hintergrund unendlich öffnet. Das erreicht Roermond durch Elemente, die fast fotografisch konkret aber immateriell sind, wie Wolken, Rauch, Schlieren, die wie durch Luftzüge in Bewegung gehalten werden. Ähnlich wie Gerhard Richter mit der malerischen Umsetzung fotografischer Effekte wie Unschärfe und Tiefenstaffelung beschäftigt sich auch Roermond mit der Darstellung konkreter Objekte im Verhältnis zu ihrer Bildwirkung. Aber die Entstehung eines Bildes endet hier nicht. Es wird vielmehr von hier ausdifferenziert und in den Vordergrund erweitert durch Elemente wie dem Motiv merkwürdig immaterieller Sprechblasen, die vor dem Bild zu schweben scheinen. 

Der Text des Stückes selbst findet in den kleinformatigen Zeichnungen seinen Widerhall, die wir im Samtraum der Galerie zeigen. 

Die Arbeiten des 1967 in Suriname geborenen Frans Roermond sind nicht einfach zu begreifen. Sie strahlen jedoch durch ihre differenzierten Strukturen und ihren stetigen Diskurs über Malerei eine starke Faszination aus.

„Beckett Play“ ist nach der Station in der Saul Bergamo Foundation in Charleston/SC seine erste Einzelausstellung in Deutschland. Er lebt und arbeitet zur Zeit in New York.

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